Der gemeinsame Einsatz der vier Bonner Hilfsdienste anlässlich „Rhein in Flammen 2009“ ist am frühen Morgen gegen 04.00 Uhr beendet worden. „Mit weniger schweren, dafür wesentlich mehr leichteren Sanitätseinsätzen hatten die Hilfsorganisationen insbesondere zwischen 22.30 Uhr und 02.00 Uhr in der Nacht alle Hände voll zu tun“, sagte der Einsatzleiter der Malteser, Robert Osten, heute am frühen Morgen in Bonn. „Unsere Kapazitäten waren zeitweise völlig ausgelastet.“ Mit 206 Hilfeleistungen vor Ort und weiteren 67 Einsätzen von Rettungs- und Krankenwagen lag die Zahl der Einsätze gefühlt deutlich über den Zahlen von 2008.
„Das Konzept vor Ort Erste Hilfe zu leisten und Ärzte dort zu platzieren hat sich bewährt“, sagte Hermann-Josef Borjans, Stellvertretender Stadtbeauftragter der Malteser heute in Bonn. „Zahlreiche Fahrten mit Kranken- oder Rettungswagen wurden daher überflüssig.“ Gerade die zahlreichen Glasverletzungen konnten somit in den Unfallhilfsstellen direkt behandelt werden. Am späteren Abend war auffällig, dass zahlreiche – auch nicht angetrunkene Menschen in den Unfallhilfsstellen behandelt werden mussten, die sich durch herumliegende Glasscherben und Flaschen verletzt hatten. „Hier wäre ein Verbot von Glasflaschen aus sanitätsdienstlicher Sicht eine sehr hilfreiche Maßnahme“, so Borjans weiter. „Zahlreiche Verletzungen und Behandlungen hätten somit vermieden werden können.“ Aus Sicht des Sanitätsdienstes wäre ein Fest ohne Glas sicherer und entspannter. „Das haben bereits andere Großveranstaltungen, an denen die Malteser beteiligt waren, gezeigt“, stellte Borjans fest.
Die Hilfeleistungen konzentrierten sich am Nachmittag und am frühen Abend wegen des warmen Wetters auf Kreislaufprobleme und vereinzelte Verletzungen. Ab 22.30 Uhr schnellte die Zahl der Hilfeleistungen sehr in die Höhe. „An den Unfallhilfsstellen wurden immer mehr Jugendliche, aber vereinzelt auch Kinder behandelt, die nach übermäßigem Alkoholgenuss nicht mehr Herr ihrer Sinne waren“, so Borjans. „Auffallend dabei war, dass auch viele junge Mädchen stark betrunken behandelt werden mussten.“ Nach Aussagen von Freundinnen und Freunden waren es meist Biermischgetränke mit Flavour von Wodka oder anderen Spirituosen, die den „Black out“ verursachten. Hier bewahrheitet sich die
Forderung der Malteser: „Kein Alkohol in die Hände von Kindern und Jugendlichen, die nicht nur an Karneval richtig ist“, erläuterte Borjans weiter. „Offen bleibt die Frage, wer den jungen Menschen den Zugang zum Alkohol so leicht macht.“
In Zusammenarbeit mit den Fachberaterinnen und Fachberatern des Amtes für Kinder, Jugend und Familie konnten die Jugendlichen, die den Weg nach Hause nicht mehr alleine antreten konnten, in allen Fällen den Eltern oder Erziehungsverantwortlichen übergeben werden. „Das Konzept des Jugendzeltes hat sich ebenfalls bewährt“, ergänzte Borjans.
Ein Dank gilt allen ehrenamtlichen fast 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch der anderen Bonner Hilfsorganisationen wie des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter-Unfallhilfe. Besonders erwähnenswert ist der Einsatz der fünf Lübecker Malteser/-innen, die extra für diesen Einsatz nach Bonn gereist waren und tatkräftig mitgeholfen haben. Eine Einladung bzw. Aufforderung zur sanitätsdienstlichen Unterstützung der „Travemünder Woche“ wurde gerne entgegen genommen.
Mit 337 Zugriffen auf dem Liveticker der Malteser im Vorfeld von Rhein in Flammen hat der „Presse-Blog“ seinen Sinn erfüllt. „Mit diesem Angebot haben wir einen richtigen und neuen Weg als Service für die Medien und die Bürgerinnen und Bürgern beschritten“, fasste Borjans zusammen.


Die Bonner Malteser haben in diesem Jahr die Einsatzabschnittsleitung und die Durchführung des Rettungs- und Sanitätsdienstes von der Tourismus & Congress GmbH übertragen bekommen. „Mit insgesamt ca. 170 Einsatzkräften an sechs Unfallhilfsstellen ist eine professionelle und zeitnahe Hilfeleistung gewährleistet“, sagte Robert Osten als Einsatzleiter heute in Bonn. „Wir werden von gut ausgebildeten Einsatzkräften des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter-Unfallhilfe unterstützt.“